30.08.13

Schmerz

Es gibt so viele Dinge, an denen man sich verletzen kann. Ein Messer kann dir tiefe Wunden zufügen, die zu bluten beginnen, die dein Gesicht vor Schmerz zerreissen lassen. Tiefe Wunden, die man Nähen lassen kann, verheilen lassen kann, vergessen kann. Ein eingerissener Nagel lässt dich aufschreien, vielleicht sogar verzweifeln, doch du wirst ihn runter feilen, abschneiden, flicken, erneut wachsen lassen und am Schluss ist alles wie vorher. Ein zu scharfes Chili con carne wird deine Zunge zum Brennen bringen, wird dich weinen lassen, deinen Körper fertig machen. Doch du kannst zu Milch oder Brot greifen und den Schmerz lindern, ihn später stillen und er wird ganz verschwinden. Jeder Schmerz ist minderbar, überbrückbar, ignorierbar oder verschwindet von selbst. 

Doch Schmerz, der durch Liebe resultiert, der hinterlässt Spuren, die zwar verwischbar, aber immer wieder auffindbar sind. Fügt dir Schmerzen zu, die sich für immer in dein Gedächtnis brennen werden und mit nichts zu löschen sind. Er lässt dich lähmen, dich nicht denken. Lässt dich zum Opfer werden. Zum Opfer dieser Schmerzen, die nie vergessen werden können, die immer wiederkehren werden, die deine Gegenwart beeinflussen werden. Man kann sie mindern, in eine dunkle Ecke seines Gedächtnis verfrachten. Doch du wirst sie nicht auslöschen können. Wenn dir die Liebe Schmerzen zufügt, nimmt es dir für immer einen Teil deines alten Ichs und beeinflusst von diesem Zeitpunkt an jede Entscheidung deines Verstandes. 

Dieser Schmerz ist eine Strafe. Lebenslänglich. Doch wofür? Weil man bedingungslos geliebt hat?

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